senfkorn. STADTteilMISSION: Praktikum im senfkorn, Sommer

Praktikum im senfkorn.

Praktikum im senfkorn.

Wer möchte selber erleben, wie es gehen kann, frische, innovative Formen von Kirche mitten im Stadtviertel zu gestalten? Genau dazu laden wir in einem Praktikum im senfkorn. ein!

Jenseits von Kirchenmauern sich unter die Leute mischen, Beziehungen knüpfen und authentisch über den Glauben an Jesus ohne frommes Vokabular ins Gespräch kommen.

Wer möchte in einem kleinen Team dabei sein, einbezogen und ernstgenommen werden, Fragen stellen dürfen, eigene Einblicke bekommen?

Wer möchte das, was er oder sie im Studium hört, in der Praxis in Augenschein nehmen? Sich orientieren, was das wirklich bedeutet? Und wie es einem damit so geht?

Herzlich willkommen in Gotha-West!

Kennenlernen, mitmachen, selber ausprobieren

Junge Leute, die in den Bereichen Theologie, Pädagogik, Jugendarbeit, soziale Arbeit praktische Einblicke bekommen wollen, sind in der senfkorn. STADTteilMISSION herzlich eingeladen, die verschiedenen Bereiche der Arbeit  in einem Praktikum kennenzulernen, gut gecoacht mitzumachen und sich auch in selbstverantworteten Projekten zu erproben.

Wir sind selber begeistert von den Erfahrungen hier in Gotha-West und teilen sie gerne mit euch.

Das könnte sein:

  • KINDERzeit: Unser Format von „Kinderkirche“ für Kinder und ihre Eltern, die nicht in ein Kirchengebäude gehen würden.
  • Bibelentdeckergruppe: Biblische Geschichten selber auswendig erzählen lernen – mit Erwachsenen.
  • offener Laden: Den Wert von Begegnungszeiten erleben und mitgestalten.
  • Besuche: Die Gastfreundschaft der Leute aus dem Stadtviertel, auch vieler Migranten, schätzen lernen.
  • Deutsch-Kurs, eine besondere Methode zum Deutschlernen kennen und selber anwenden lernen.
  • Teens-Zeit: Beziehung anbieten, Zeit mit Teens verbringen.
  • Netzwerkarbeit: Durch die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren und Projekten einen weiten Horizont entwickeln.
  • Religionsunterricht: 2 aus dem Team arbeiten in Schulen.

Bei uns sind kürzere oder längere Praktika möglich. Fragt nach!

Eine kleine Praktikantenwohnung im Stadtviertel macht möglich, dass ihr ins Plattenbau-Feeling eintaucht.

O-Ton Praktikant

Im Januar und Februar 2023 war Jonathan bei uns vom MBS in Marburg, zur Zeit in der Ausbildung zum Erzieher und Gemeindepädagogen. Ich habe ihn nach seinen Erfahrungen gefragt:

Ute: Jonathan, klassischer Dreischritt für Praktika: Dabeisein, Einblicke bekommen, angeleitet mitmachen, selber machen. Wie ist das hier bei uns gelungen?

Jonathan: Ich fand gut, dass ich am Anfang mir erstmal ganz entspannt alles anschauen konnte, mit dem Wissen, dass ich irgendwann was mitgestalten kann. Beim Bibelentdeckerkreis durfte ich die Geschichte einmal selber erzählen, das habe ich mit dir vorbereitet. In der Schule nach 2x Hospitieren, habe ich 2 Stunden selber unterrichtet in der 10. Klasse. Auch sehr gut. Wäre z.B. der Teenkreis schon etablierter gewesen, hätte ich da von mir aus gesagt, dass ich mal was koche.

Ute: Es war ja deine Entscheidung, in eine nicht konventionelle Gemeindearbeit zu gehen. Für das Konventionelle – so hast du es ausgedrückt – werde ich noch Gelegenheit haben. Ich gucke mich mal in etwas Ungewöhnlichem, Speziellerem um. Inwiefern ist das eingetroffen?

Jonathan: Zu 100 %. Ich bin mit der Einstellung hergekommen, ich lass mich überraschen, auch von Gott. Ich mag das, ins kalte Wasser zu springen. In einer klassischen Gemeindearbeit wäre es mir schnell zu ähnlich gewesen, wie das, was ich schon kannte.

Ute: Sowas wie Predigen konntest du bei uns nicht üben, weil wir das ja so gar nicht machen. Und hier sind auch andere Menschen…

Jonathan: Stimmt, dafür konnte ich bei Florian in der Jugend (Bei unserer Partnerinitiative STADTteilLEBEN in Gotha-Siebleben) eine offene Jugendarbeit kennenlernen und spannende Beobachtungen machen: Da kam eine Gruppe von Jungs, die noch nie da waren. Da war er selber überrascht. Da konnte man jetzt nicht hinsitzen und eine Viertelstunde Andacht machen. Da hat Flo dann 1 Minute einen Gedanken weiter gegeben. Und in den 4 Wochen habe ich dann schon eine Entwicklung gesehen. Die kamen immer wieder als geschlossene Gruppe.

Ute: Beschreib doch mal, was dir z.B. in der Bibelentdeckergruppe aufgefallen ist?

Jonathan: Die Menschen sind ja weniger christlich sozialisiert. Und ich hab mich umso mehr gefreut, dass sie kommen, dass sie freiwillig kommen. Ich habe mich gefragt, warum sie kommen. Ich denke zum einen, weil sie Gemeinschaft haben möchte, viele alleinstehende Senioren – und zum anderen auch, dass sie hungrig sind nach Gottes Wort. Das würden sie vielleicht so nicht sagen, aber irgendwas zieht sie, das habe ich gemerkt, denn es ist nicht nur Gemeinschaft. Was ich auch noch entdeckt habe: Es ist vorurteilsfrei, sie werden mit ihrer Meinung stehengelassen. Das ist ein guter Rahmen und Atmosphäre, wo man frei seine Meinung sagen kann und keine Angst haben müsste, was Falsches zu sagen – oder mit theologischen Aussagen überfordert würde.

Ute: Du durftest dich ja beim auswendig Erzählen von biblischen Geschichten, wie wir das in der Bibelentdeckergruppe machen, ein bisschen erproben. Wie ging es dir damit?

Jonathan: Ich war total fasziniert selber. Meine Sicht auf so simple Jesusgeschichten hat sich verändert. Ich nehme viele Dinge viel zu selbstverständlich. Beim Erzählen der Szene von Jesus, den Kindern und seinen Schülern, fragte ich mich plötzlich: Warum macht Jesus das? Er rastet ja richtig aus gegenüber seinen Schülern. Da lesen wir Christen einfach so drüber. Also habe ich so laut gerufen: „Hey, lasst die Kinder durch!“, dass jemand richtig zusammengezuckt ist. Das war sehr erfrischend. Und zu sehen, Gottes Wort hat Kraft, da sind kraftvolle, wichtige Botschaften drin. Dieses Hören und gemeinsam Erinnern ist dann viel eindrücklicher und es bleibt den Leuten viel mehr im Gedächtnis, als wenn es in einer Minute runtergelesen wird.

Dabei habe ich gemerkt: Ich muss meinen Glauben neu denken. Weil die Menschen hier anders über Glaube denken, oder gar nicht. Ich muss das runterbrechen und in verständlicher Art und Weise kommunizieren. Und das macht etwas mit mir.

Das einfache Evangelium zu kommunizieren ist nicht so einfach. Es ist einfacher, das Evangelium verkopft und kompliziert zu erzählen, irgendwelche christliche Floskeln, aber so, dass die Menschen es hier in ihrem Umfeld, in ihrer Lebenssituation verstehen, das muss man erst lernen.

Ute: Welche Arbeitsfelder sind durch dieses Praktikum dazu gekommen für deinen Ausbildungsweg

Jonathan: Die Wichtigkeit von guter Beziehungsarbeit. Was das bedeutet, Geduld, Haltung von Lernenden zu haben, nicht wie jemand, der von außen kommt und hilft und die Menschen bemitleidet, diese Dimension wurde mir noch mal neu wichtig.
Die Inspiration, ich nehme Motivation mit, die GPA-Methode, die ihr im Deutschkurs anwendet zum Beispiel, vorzuschlagen in meiner Heimatgemeinde. Die Erzählmethode nehme ich mit für alles, für Predigten, für Jugend, vielleicht auch später, wenn ich in einer Gemeinde bin, die vielleicht ein missionarisches Herz hat, da ist das super geeignet. Netzwerkarbeit, das hatten wir in der Theorie in der Ausbildung, das war nicht so greifbar vorher. Was für Früchte sieht man da, es war erfrischend für mich zu sehen, das bringt einen Mehrwert. Und dann: Die Dimension von Geduld.

Ute: Vielen Dank, Jonathan, für dein Engagement bei uns!

_______________________________________________________________

Aktion: Praktikum
Von: Team senfkorn.
Wann: nach Absprache
Wo: senfkorn. STADTteilMISSION Gotha-West
Wer: Junge Leute in Studium und Ausbildung, Interessierte an missionarischer Stadtviertelarbeit
Info bei Frank Paul

 

Vorheriger Beitrag
wirdeinfestival 2023: 3 Tage und viele Ideen
Nächster Beitrag
Advent 2023: Jesus für alle Völker
Weitere Artikel zum Thema

Archiv