Eine Zukunftswerkstatt im Quartier

Seit elf Jahren ist das Team vom senfkorn. ansprechbar für die Nachbarinnen und Nachbarn in Gotha-West. Der Stadtteilmissionar Michael Weinmann hat – wie mit einem Zwinkern vom Superintendent Friedemann Witting 2015 formuliert – , „unter dem Baum im Stadtviertel gesessen“ und lange zugehört, was die Leute beschäftigt. Gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen haben er und seine Frau Christiane nach „Gottes Glanz im Plattenbau“ gesucht, Glaube, Liebe und Hoffnung geteilt. Daraus ist ein lebendiges Netzwerk von Menschen entstanden, eine kleine tragfähige Gemeinschaft, die heute „wir“ sagt, „wir vom senfkorn.“ In den letzten 5 Jahren waren noch mal 2 Ehepaare ins Team dazugekommen, Ute und Frank Paul und Deborah und Dominik Giek. Gemeinsam wurde richtig viel möglich. Jetzt gilt es, eine neue Zeit in den Blick zu nehmen und sich darauf vorzubereiten. Veränderungen stehen an. Und dazu brauchte es eine Zukunftswerkstatt im Quartier.

Eine neue Zeit

Anfang des Jahres wurde klar: Die Zeit des bisherigen Teams wird im Sommer, bzw. im Herbst zu Ende gehen. Pauls gehen zurück in ihre OJC-Kommunität, Gieks ziehen an einen anderen Ort in Thüringen, Michael Weinmann wird als evangelischer Pfarrer im Oktober 2026 nach Jahrzehnten des Dienstes in den Ruhestand verabschiedet.
Zunächst waren die Reaktionen der Freundinnen und Freunde in Gotha-West von Trauer, Enttäuschung und Protest geprägt – vereinzelt war auch zu hören: „Wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf.“ Und das war ein sehr guter Ausgangspunkt für die Zukunftswerkstatt. Im März, im Mai und im Juni haben wir vom Team alle Interessierten eingeladen, sich mit uns auf die neue Zeit einzustellen.

Wir stellten verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung: Große Blätter für eigene Worte, Holzblöcke zum Bauen, Gemüse zum Schnippeln, kleine Senfkörner zum Einpflanzen – und die Ermutigungsgeschichte von Abraham und Sarah aus der Bibel. Einer, der Trauer gehörte für alle dazu. „Es soll einfach so weitergehen, wie bisher, es war doch so schön.“

 

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